Der Lebenszyklus eines Fahrerlosen Transportsystems (AGV) umfasst alle Phasen von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Nutzung bis zur Entsorgung. Dabei spielen folgende Aspekte eine zentrale Rolle:
Mit dem Ziel, Ressourcen effizient zu nutzen und Emissionen zu verringern, wird die Analyse des gesamten Lebenszyklus für Unternehmen immer wichtiger.
Dieser Abschnitt beleuchtet die Grundlage der Umweltbilanz im gesamten Lebenszyklus von AGVs.
Für die Produktion von AGVs werden unterschiedliche Materialien benötigt, darunter Metalle, Kunststoffe und Chemikalien. Jede dieser Materialgruppen bringt spezifische Herausforderungen und Umweltauswirkungen mit sich.
Die Herstellung und Verarbeitung von Metallen verursacht erhebliche Belastungen für die Umwelt. Dazu zählen Luftemissionen, hoher Energieverbrauch, Bodenverschmutzung, Lärmbelästigung und Abfallprobleme. Besonders kritisch ist der Abbau von Metallen, die in elektronischen Komponenten und Sensoren von AGVs verwendet werden. Der Bergbau führt oft zu Umweltschäden, Wasserknappheit und Verschmutzung von Ökosystemen.
Auch die Nutzung von Kunststoffen stellt eine Herausforderung dar. Polymere, die in AGVs häufig eingesetzt werden, sind nicht biologisch abbaubar und haben daher langfristige Auswirkungen auf die Umwelt. Die Herstellung dieser Materialien verdeutlicht, wie groß die Belastung durch Kunststoffproduktion tatsächlich ist.
Die Batterieproduktion ist ein weiterer zentraler Faktor für die Umweltbilanz. Insbesondere die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien erfordert enorme Energiemengen und verursacht erhebliche Emissionen. Diese Batterien, die zunehmend in AGVs verwendet werden, bieten zwar Vorteile wie längere Betriebszeiten und kürzere Ladezyklen im Vergleich zu Blei-Säure-Batterien, sind jedoch mit hohen Umweltkosten verbunden.
Etwa 40 % der Emissionen entfallen auf den Abbau und die Verarbeitung der benötigten Mineralien. Die Lithiumgewinnung ist besonders wasserintensiv: Für die Produktion von einer Tonne Lithium werden rund 2,2 Millionen Liter Wasser benötigt. In China, einem der führenden Länder in der Batterieproduktion, verstärkt der Einsatz von Kohle für die Stromerzeugung zusätzlich die Treibhausgasemissionen.
Darüber hinaus benötigt die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien etwa die dreifache Energiemenge im Vergleich zu herkömmlichen Batterien und ist für 40 bis 60 % der gesamten Emissionen bei der Produktion von Elektrofahrzeugen verantwortlich.
Um die Umweltbelastung zu minimieren, können nachhaltige Materialentscheidungen eine wichtige Rolle spielen. Die Auswahl umweltfreundlicher Materialien und die Zusammenarbeit mit verantwortungsbewussten Lieferanten können die negativen Auswirkungen in der Produktionsphase erheblich verringern. Viele Hersteller setzen inzwischen auf recycelbare und umweltverträgliche Materialien, um die Umweltbilanz ihrer AGVs zu verbessern.
Beim Einsatz von Kunststoffen gibt es verschiedene Recycling-Ansätze. Mechanisches Recycling ermöglicht die Wiederverwendung von Polymeren, während chemisches Recycling diese in ihre Grundbestandteile zerlegt – allerdings mit einem höheren Energieaufwand. Dennoch liegt die Recyclingrate olefinbasierter Polymere aktuell bei unter 10 %.
Durch die Einführung von Kreislaufwirtschaftsmodellen, etwa in Kombination mit additiver Fertigung, können Unternehmen nachhaltiger agieren, indem sie Kunststoffabfälle wiederverwenden. Angesichts der Tatsache, dass die Fertigungsindustrie weltweit für 25 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, wird die Bedeutung umweltfreundlicher Materialentscheidungen in der AGV-Produktion immer deutlicher.
Mit einem erwarteten Marktwert von über 7,97 Milliarden USD im Jahr 2031, verglichen mit 3,82 Milliarden USD im Jahr 2023, wird nachhaltige Materialbeschaffung nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein wirtschaftliches Schlüsselkriterium für die AGV-Branche.
Nach der umweltfreundlichen Materialbeschaffung steht die genaue Fertigung und Montage der AGVs im Fokus. Diese Phase ist entscheidend für die Umweltbilanz der Systeme. Hier entstehen nicht nur die physischen Fahrzeuge, sondern auch die Grundlage für ihren späteren Betrieb und die Wartung.
Die Herstellung von AGVs gliedert sich in drei Hauptschritte: Chassis-Konstruktion, Elektronikintegration und Softwareinstallation. Jeder dieser Schritte bietet Potenzial, um Ressourcen effizienter zu nutzen.
Ein Beispiel für den Erfolg solcher Maßnahmen: Im Werk von ConMet in Nanjing wurden Dieselstapler durch elektrische Gabelstapler und AGVs ersetzt. Dadurch konnten jährlich etwa 5.678 Liter Diesel eingespart und 15.876 kg CO₂-Emissionen vermieden werden.
Modulare Architekturen haben die AGV-Produktion revolutioniert. Mit standardisierten Komponenten und flexiblen Konfigurationen lassen sich verschiedene Varianten aus denselben Bausteinen erstellen. Das spart nicht nur Kosten, sondern reduziert auch die Umweltbelastung.
Der NexBot ist ein gelungenes Beispiel für ein modulares System. Seine Bauweise erlaubt es, Module wie Gegengewichtsgabeln, Hubdecks oder Förderdecks individuell anzupassen. Das reduziert Kosten und schont Ressourcen.
„NexBot verändert das – es bietet ein modulares, skalierbares System, das sich einfach integrieren lässt, schneller eingesetzt werden kann und Kosten reduziert. Unternehmen brauchen Automatisierung, die nicht nur die heutigen Anforderungen erfüllt, sondern sich auch mit ihren Abläufen weiterentwickeln kann."
Effizienz und Nachhaltigkeit:
Automatisierte Montagelinien und eine präzise Materialplanung minimieren Verschwendung von Material und Energie. Audi hat dies eindrucksvoll gezeigt: Bei der Integration der Q6 e-tron-Serie in Ingolstadt wurden bestehende Strukturen genutzt, um Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Bis Anfang 2024 wurde das Werk zur ersten Anlage in Deutschland mit eigener Batteriemontage.
„Die PPE und mit ihr die Q6 e-tron-Serie bilden die Basis für nachfolgende elektrische Audi-Modelle. In this way, we are taking a decisive step towards offering an electric model in all core segments by 2027." – Gernot Döllner, Audi-Vorstandsvorsitzender
Zusätzlich verbessern moderne Robotersysteme die Energieeffizienz. Leichtbau-Roboter mit modularen Designs lassen sich flexibel anpassen, was Zeit und Kosten spart.
Ein weiteres Beispiel ist WAREMA Renkhoff SE, das in Deutschland zwölf Transportroboter einsetzt, um nachhaltige Prozesse in Produktion, Lagerung und Logistik zu gewährleisten. Automatisierte Systeme wie AGVs senken den Energieverbrauch und arbeiten emissionsfrei.
Auch Emm! solutions setzt auf nachhaltige Prinzipien. Ihre Eddy-, Igor- und Toni-Serien zeichnen sich durch flexible Dimensionen und anpassbare Module aus. So wird Materialverschwendung minimiert und gleichzeitig auf individuelle Kundenwünsche eingegangen.
Diese Strategien schaffen die Basis für eine umfassende Lebenszyklusanalyse.
Nach der Herstellung beginnt die Phase, in der die AGV-Systeme ausgeliefert und in Betrieb genommen werden. Diese Phase hat einen entscheidenden Einfluss auf die Umweltbilanz der Systeme im Alltag. Sie baut direkt auf die Produktionsphase auf und konzentriert sich auf den praktischen Einsatz.
Der Transport der AGVs zum Kunden erfordert durchdachte Logistiklösungen, um Emissionen zu minimieren und die Installation zu erleichtern. Besonders modulare Designs bieten hier Vorteile, da sie eine kompakte Verpackung ermöglichen und die Transportkosten senken.
Dank infrastrukturfreier Navigation können AGVs problemlos in bestehende Prozesse integriert werden. Diese Technologie macht aufwendige Installationsarbeiten, wie das Verlegen von Magnetstreifen oder Induktionsschleifen, überflüssig. Zudem ist die Anzahl der Fahrzeuge flexibel anpassbar, was eine schrittweise Implementierung erlaubt.
Die Fähigkeit, sich optimal an bestehende Betriebsbedingungen anzupassen, erleichtert die Integration in vorhandene Logistikprozesse. Ein Beispiel hierfür sind die Eddy-, Igor- und Toni-Serien von Emm! solutions, die durch ihre anpassbaren Dimensionen und Module nicht nur effizient geliefert, sondern auch schnell in Betrieb genommen werden können.
Neben der Logistik spielt die Energieeffizienz im Betrieb eine zentrale Rolle. Da die Betriebsphase den größten Teil des Lebenszyklus eines AGVs ausmacht, bietet sie erhebliche Möglichkeiten zur Energieeinsparung. Lithium-Ionen-Batterien arbeiten mit einer Effizienz von 95 %, im Vergleich zu nur 80 % bei Blei-Säure-Batterien. Diese Technologie kann die jährlichen Energiekosten um etwa 15 % senken.
Ein Lager im Mittleren Westen der USA konnte durch den Wechsel auf Lithium-Ionen-Batterien seine Energiekosten um 15 % pro Jahr reduzieren. Ein führendes E-Commerce-Unternehmen senkte die Batterieaustauschkosten in den ersten drei Betriebsjahren um 30 %, da Lithium-Ionen-Batterien drei- bis fünfmal länger halten als herkömmliche Batterien.
Optimale Betriebsbedingungen, wie Temperaturen zwischen 15 und 25 °C, ein Ladezustand zwischen 20 % und 80 % sowie ebene Betonböden, tragen dazu bei, die Batterielebensdauer zu verlängern und Kosten zu reduzieren .
Ein Lebensmittellager konnte den Materialdurchsatz um 12 % steigern, nachdem es Lithium-Ionen-Batterien mit Gelegenheitsladung eingeführt hatte. Diese Technologie eliminiert lange Ladezeiten und sorgt dafür, dass die AGVs den ganzen Tag einsatzbereit bleiben.
Regelmäßige Wartung kann die Lebensdauer von AGVs um 20-30 % verlängern. Ein umfassendes Wartungskonzept umfasst dabei Batterietests, die Schmierung beweglicher Teile, die Reinigung der Sensoren und Software-Updates.
„Design und tägliche Wartung bestimmen die Gerätehaltbarkeit.“ – Isidore Marsel, Ingenieur
Battery Management Systeme (BMS) überwachen kontinuierlich den Zustand der Batterien und warnen rechtzeitig vor möglichen Problemen. Temperaturen über 30 °C können die Batterielebensdauer um bis zu 30 % verkürzen, weshalb eine klimatisierte Umgebung von Vorteil ist.
Ein großes Verteilzentrum konnte die Arbeitskosten für die Batteriepflege um 20 % senken, nachdem es auf wartungsarme Lithium-Ionen-Batterien umgestellt hatte. Dadurch konnte das Wartungspersonal sich auf andere wichtige Aufgaben konzentrieren.
Predictive Maintenance, also die Wartung basierend auf dem aktuellen Betriebszustand, warnt Techniker vor potenziellen Ausfällen. Diese Methode reduziert ungeplante Stillstände und senkt die Gesamtbetriebskosten.
Die intelligente Flottenkoordination von Emm! solutions ermöglicht eine ständige Überwachung aller Fahrzeuge. Durch Ferndiagnosen und Echtzeit-Monitoring können Wartungsintervalle optimiert und die Verfügbarkeit der Systeme maximiert werden.
Am Ende ihres Lebenszyklus rücken AGV-Systeme erneut in den Fokus – diesmal im Hinblick auf eine umweltfreundliche und ressourcenschonende Entsorgung. Nach Jahren des Betriebs stellt sich die Frage, wie diese Systeme demontiert, recycelt oder entsorgt werden können, um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Eine kluge Strategie für das Lebensende kann nicht nur Umweltschäden vermeiden, sondern auch wertvolle Materialien zurückgewinnen.
Die Demontage ist der erste Schritt, um Materialien aus AGV-Systemen effizient zurückzugewinnen. Hier kommen moderne Ansätze wie Modularität, Design for Disassembly (DfD) und intelligente Automatisierung ins Spiel. Technologien wie Robotik, Sensortechnik und Datenanalyse ermöglichen eine präzise und selektive Zerlegung, wodurch wertvolle Komponenten erhalten bleiben.
Ein gutes Beispiel dafür sind modulare Designs, wie sie etwa bei den Emm! solutions-Serien verwendet werden. Diese Designs setzen auf eine reduzierte Materialvielfalt, den Verzicht auf gefährliche Substanzen und leicht trennbare Verbindungen. Dadurch wird die Demontage erheblich erleichtert. Zusätzlich helfen Technologien wie Computer Vision, RFID und Barcode-Scanner dabei, die einzelnen Bauteile schnell und präzise zu identifizieren, was den gesamten Rückgewinnungsprozess effizienter macht.
Das Recycling von Batterien und elektronischen Bauteilen aus AGV-Systemen ist eine besondere Herausforderung – aber auch eine große Chance. Aktuell werden weltweit nur etwa 5 % der Batterien recycelt, obwohl gerade das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien den Energieverbrauch senken und Ressourcen schonen könnte.
Einige Unternehmen zeigen, wie effektives Recycling in der Praxis aussehen kann. Nissan nutzt beispielsweise Batterien aus Elektrofahrzeugen erneut, um fahrerlose Transportsysteme in Fabriken zu betreiben. Gleichzeitig hat das Unternehmen einen Recyclingprozess entwickelt, um hochreine Seltenerdeverbindungen aus Motormagneten zu extrahieren. Auch Volkswagen und Renault haben spezielle Recyclinganlagen für Batterien eingerichtet, was die Bedeutung dieser Technologie unterstreicht.
Ein umfassender Recyclingansatz umfasst die Sammlung von Komponenten, die gezielte Rückgewinnung wertvoller Elemente und die Regeneration von Bauteilen. Dabei werden gebrauchte Komponenten gesammelt, ohne ihre chemische Struktur zu verändern. Anschließend werden wertvolle Materialien durch pyro- und hydrometallurgische Verfahren extrahiert und für die Herstellung neuer Komponenten genutzt. In Deutschland zielt das Projekt „Elektrofahrzeug-Recycling 2020 Schlüsselkomponente Leistungselektronik" darauf ab, das Recycling von Leistungselektronik durch verbesserte Demontage- und Verarbeitungstechniken voranzutreiben.
Diese Recyclingstrategien schließen den Materialkreislauf und ergänzen die nachhaltigen Ansätze in der Produktion.
Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, Abfall zu minimieren und die Lebensdauer von Produkten durch Wiederverwendung, Reparatur und Recycling zu verlängern. Bei AGV-Systemen bedeutet dies, bereits in der Designphase darauf zu achten, wie die Fahrzeuge am Ende ihrer Nutzungsdauer effizient recycelt werden können. Ansätze, die auf die Verlängerung, Verengung und Schließung von Materialkreisläufen abzielen, tragen dazu bei, die Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu reduzieren.
Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die im Juni 2025 vom Rat der EU verabschiedete Position zur Verordnung über Altfahrzeuge (ELV). Diese setzt klare Anforderungen für neue Fahrzeuge, um Wiederverwendung, Recycling und Verwertung zu erleichtern. Die Verordnung definiert verbindliche Ziele für den Einsatz recycelter Kunststoffe und eröffnet die Möglichkeit, ähnliche Vorgaben für Stahl, Aluminium und andere kritische Rohstoffe einzuführen. Konkret sollen Fahrzeuge nach Inkrafttreten der Verordnung folgende Mindestanteile an recyceltem Kunststoff enthalten: 15 % nach 6 Jahren, 20 % nach 8 Jahren und 25 % nach 10 Jahren.
„Die Altfahrzeug-Verordnung ist ein Wendepunkt für Europa. Sie reduziert Abfall, verringert unsere Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen aus dem Ausland und führt unsere Automobilindustrie ins Herz der Kreislaufwirtschaft. Mit der Position des Rates wird diese Gesetzgebung nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Auto- und Recyclingindustrie stärken, sondern auch die Bürokratie auf ein Minimum reduzieren." – Paulina Hennig-Kloska, Ministerin für Klima und Umwelt
Die Analyse der Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus von AGV-Systemen hilft Unternehmen, gezielt Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dabei werden alle Phasen – von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Entsorgung – untersucht, um die Bereiche mit den größten Umweltauswirkungen zu identifizieren.
Jede Phase im Lebenszyklus eines AGV-Systems trägt unterschiedlich stark zur Umweltbelastung bei. Beispielsweise entfallen in den USA rund 42 % der gesamten Treibhausgasemissionen auf die Materialwirtschaft. Besonders kritisch ist die Rohstoffgewinnung und Herstellung, die in vielen Kategorien wie Klimawandel oder Ökotoxizität den größten Anteil ausmacht.
Die folgende Tabelle zeigt zentrale Umweltkennzahlen für verschiedene Einflusskategorien:
Lebenszyklusstufe | Einheit | Rohstoffgewinnung und Herstellung | Transport | Installation und Wartung | Betrieb | Entsorgung/Wiederverwertung |
---|---|---|---|---|---|---|
Versauerung | kg SO₂ eq | 8,35E-03 | 2,25E-03 | 2,15E-03 | 2,21E-04 | 1,48E-04 |
Eutrophierung | kg N eq | 1,03E-03 | 3,21E-04 | 7,99E-04 | 3,14E-05 | 1,70E-05 |
Klimawandel | kg CO₂ eq | 1,37E+00 | 6,03E-01 | 4,25E-01 | 5,90E-02 | 1,86E-02 |
Ozonabbau | kg CFC-11 eq | 1,73E-07 | 1,46E-07 | 6,29E-08 | 1,43E-08 | 6,71E-09 |
Ökotoxizität | % | 89 | 7 | 3 | 1 | 0 |
Die Tabelle verdeutlicht, dass 89 % der ökotoxischen Auswirkungen in der Phase der Rohstoffgewinnung und Herstellung entstehen. Auch bei den CO₂-Emissionen liegt der Schwerpunkt in der Produktionsphase, während Transport und Betrieb kleinere, aber dennoch relevante Beiträge leisten.
Ein globaler Blick auf den Rohstoffverbrauch zeigt, dass dieser im 20. Jahrhundert doppelt so schnell wuchs wie die Weltbevölkerung. Für jeden Prozentpunkt Wachstum des Bruttoinlandsprodukts stieg der Rohstoffverbrauch um 0,4 %. Diese Zahlen verdeutlichen, wie dringend effizientere Produktionsverfahren benötigt werden, um die Umweltbelastung zu senken.
Um die Umweltauswirkungen zu mindern, sind Maßnahmen in mehreren Lebenszyklusphasen notwendig. Eine Verlängerung der Batterielebensdauer durch optimierte Batteriemanagement-Systeme reduziert den Ressourcenverbrauch erheblich. Gleichzeitig senken nachhaltige Beschaffung und Recycling die negativen Effekte der Rohstoffgewinnung. Beispielsweise können Materialien mit einem geringeren CO₂-Fußabdruck wie bestimmte Kunststoffe oder Glas anstelle von Aluminium oder Lithium verwendet werden. Auch der Einsatz biologisch abbaubarer Kunststoffe bietet großes Potenzial zur CO₂-Reduktion.
In der Transportphase lassen sich durch effizientere Routenplanung, leichtere Verpackungen und emissionsärmere Fahrzeugflotten deutliche Einsparungen erzielen. Der Versand per Schiff ist dabei deutlich weniger emissionsintensiv als der Lufttransport. Während des Betriebs können energieeffiziente Technologien und ein optimierter Stromverbrauch die Umweltbelastung weiter reduzieren.
Am Ende des Lebenszyklus spielen Recycling und Wiederverwendung eine zentrale Rolle. Beispielsweise können gebrauchte Batterien als stationäre Energiespeicher weiterverwendet werden, und das Recycling von Kathodenmaterialien senkt die CO₂-Emissionen. Diese Ansätze orientieren sich am Prinzip der Kreislaufwirtschaft, das Abfälle minimiert und die Lebensdauer von Produkten verlängert.
Studien zeigen zudem, dass intelligente Elektrofahrzeuge mit Fahrzeug-Straßen-Koordinationstechnologie (Stufe L2–L3) die Lebenszyklus-CO₂-Emissionen um bis zu 22,35 % im Vergleich zu Stufe L1 senken können. Prognosen zufolge könnten die Lebenszyklus-Emissionen solcher Fahrzeuge bis 2035 im Vergleich zu 2023 um etwa 67,81 % sinken. Neben technologischen Verbesserungen sind auch gesetzliche Vorgaben ein wichtiger Bestandteil der Gesamtstrategie.
Die Umsetzung technischer Optimierungen und Recyclingmaßnahmen muss mit bestehenden Umweltstandards und gesetzlichen Vorgaben in Einklang stehen. In Deutschland regelt die Altfahrzeug-Verordnung die umweltgerechte Entsorgung von Fahrzeugen. Seit 2015 sind Hersteller und andere Akteure verpflichtet, mindestens 85 % des Nettogewichts eines Altfahrzeugs für Wiederverwendung oder Recycling zu nutzen, während insgesamt 95 % wiederverwertet werden müssen. Auch wenn Deutschland dieses Ziel in den Jahren 2019, 2020 und 2022 knapp verfehlte, zeigt dies, dass weiterhin Verbesserungen möglich sind.
Darüber hinaus ist seit Juli 2003 der Einsatz von Materialien, die Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Cadmium oder sechswertiges Chrom enthalten, in Fahrzeugkomponenten untersagt.
Maßgeschneiderte Fahrerlose Transportsysteme (AGVs) tragen dazu bei, ihre Effizienz und Umweltverträglichkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu verbessern. Während standardisierte Lösungen oft unflexibel oder überdimensioniert sind, ermöglichen individuell angepasste Systeme eine präzise Anpassung an spezifische Betriebsanforderungen. Im Folgenden beleuchten wir die wichtigsten Aspekte der Individualisierung.
Individuelle Anpassungen verbessern Materialflüsse und reduzieren den Ressourcenverbrauch. Ein Beispiel dafür sind die modularen FTS-Systeme von Emm! solutions. Die Eddy-Serie zeichnet sich durch flexible Abmessungen und anpassbare Handhabungsmodule aus, während die Igor-Serie speziell für Gabelstapleranwendungen in Innen- und Außenbereichen entwickelt wurde.
Darüber hinaus können AGVs speziell für den Einsatz erneuerbarer Energiequellen konzipiert werden, was den CO₂-Fußabdruck erheblich verringert. Moderne Systeme werden mit maßgeschneiderten Werkzeugen, Hebemechanismen und Softwarelösungen ausgestattet, um auch komplexe Anforderungen zu erfüllen. Diese Präzision verhindert unnötige Überkapazitäten und senkt sowohl den Energieverbrauch als auch den Materialeinsatz. Studien zeigen, dass die Kombination von AGVs und Drohnen in der Fertigungslogistik den Energieverbrauch um bis zu 30 % reduzieren kann.
Die Steuerung und Überwachung von AGV-Flotten ist entscheidend für eine längere Lebensdauer und höhere Effizienz. Intelligente Fleet-Management-Software optimiert Transportwege, verhindert Deadlocks und sorgt für reibungslose Abläufe. Funktionen wie Verkehrskontrolle helfen, Kollisionen zu vermeiden, indem sie AGVs verlangsamen oder anhalten. Durch die Integration mit Systemen wie MES (Manufacturing Execution Systems) oder ERP (Enterprise Resource Planning) bleibt der Betrieb nahtlos, ohne dass Geschäftsprozesse angepasst werden müssen.
Ein Beispiel: Emm! solutions bietet eine intelligente Flottenkoordinationssoftware, die sich nahtlos in bestehende IT-Systeme integrieren lässt. Sie ermöglicht Ferndiagnose und Echtzeitüberwachung. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit zwischen dem KINEXON Fleet Manager und Continental Autonomous Mobile Robots, die Kernprozesse in der Automobilindustrie automatisierte und standardisierte. Die Investition in KINEXONs Lösung brachte eine Amortisationszeit von weniger als zwei Jahren und einen Return on Investment von 262 %.
"Die Funktionalität von KiSoft FCS ist vergleichbar mit einem Flugsicherungssystem, bei dem sehr präzise Anweisungen des Systems den reibungslosen und effizienten Verkehrsfluss gewährleisten." – Thomas Ulz, Director, Software Development, KNAPP Industry Solutions
Das Industrial Internet of Things (IIoT) bietet ein weiteres Upgrade für die Überwachung und Wartung von AGV-Systemen. Diese Technologie ermöglicht vorausschauende Wartung, wodurch ungeplante Ausfallzeiten reduziert und die Lebensdauer der Systeme verlängert wird. Effiziente Überwachung bildet die Grundlage für nachhaltigen Support nach der Implementierung.
Die Kombination aus maßgeschneiderten Lösungen und intelligenter Flottenkoordination wird durch kontinuierlichen Support ergänzt, um die Langlebigkeit der Systeme zu sichern. Dieser Support umfasst Help-Desk-Dienste und dedizierte ERP-Support-Teams.
Life Cycle Services sind darauf ausgerichtet, den Wert von AGV-Investitionen zu erhalten. Regelmäßige Wartung und schnelle Reparaturen minimieren Ausfallzeiten und verlängern die Lebensdauer der Systeme. Über 90 % der Service-Anfragen können remote gelöst werden. Falls dies nicht möglich ist, steht innerhalb von 24 Stunden ein Experte vor Ort zur Verfügung.
"Das Ziel ist es, Ihre Anlagen so lange wie möglich in der aktiven Phase ihres Lebenszyklus zu halten." – Rocla AGV
Ein weiterer Vorteil von Life Cycle Services ist die kosteneffiziente Bestellung von Ersatzteilen zur richtigen Zeit. Auch die Wartung der FleetController-Software, die in einigen Servicepaketen enthalten ist, verbessert Auftrags- und Routenplanung und steigert die Betriebssicherheit. Emm! solutions bietet umfassenden Support, einschließlich der Optimierung und Anpassung der Systeme an sich ändernde Betriebsanforderungen.
Wartungsaudits identifizieren frühzeitig Reparaturbedarf und halten Systeme in der aktiven Phase ihres Lebenszyklus. Dieser proaktive Ansatz verhindert größere Ausfälle und verlängert die Lebensdauer der Systeme – ein Vorteil für Wirtschaft und Umwelt.
Der Lebenszyklus von Fahrerlosen Transportsystemen (AGVs) zeigt, dass Umweltauswirkungen in jeder Phase – von der Materialbeschaffung über die Nutzung bis hin zum Recycling – eine Rolle spielen. Besonders deutlich wird, dass die Nutzungsphase häufig den größten Anteil an den Umweltbelastungen hat, wie auch bei anderen Fahrzeugtypen. Zu den zentralen Aspekten gehören Klimawandel, Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Ökosystem.
Studien belegen, dass Automatisierung im Straßentransport durch Technologien wie Platooning und Eco-Driving die Treibhausgasemissionen um etwa 50 % senken kann. Zudem schneiden AGVs im Vergleich zu traditionellen Gabelstaplern in Bereichen wie Ozonschichtabbau, Versauerung und photochemischem Oxidationspotenzial besser ab.
Die Life Cycle Assessment (LCA) hat sich als unverzichtbares Werkzeug etabliert, um Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu bewerten. Ziel ist es, durch gezielte Maßnahmen den Energieverbrauch, den Materialeinsatz und die Umweltbelastungen in allen Phasen zu reduzieren.
"Life Cycle Assessment (LCA) is a cradle-to-grave or cradle-to-cradle analysis technique to assess environmental impacts associated with all the stages of a product's life, which is from raw material extraction through materials processing, manufacture, distribution, and use." – AGV SUSTAINABILITY & ESG SERVICES SDN BHD
Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für nachhaltige und zukunftsorientierte Ansätze im AGV-Management.
Die Digitalisierung bringt neue Möglichkeiten für das Lebenszyklus-Management von AGVs. KI-gestützte Tools, Digital Twins und Blockchain-Technologien ermöglichen eine effizientere Verwaltung durch automatisierte Datenerfassung, Echtzeit-Tracking und sichere Datenprotokolle.
Ein weiterer Fortschritt ist die Standardisierung von LCA-Methoden, die den Bewertungsprozess zuverlässiger und transparenter macht.
Der Markt für AGVs wächst rasant: 2023 wurde er auf etwa 4,27 Milliarden USD geschätzt, mit einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von 8,6 %. Unterstützt wird dieser Trend durch die Einführung von Echtzeit-Umweltauswirkungsüberwachung, die Unternehmen hilft, ihren ökologischen Fußabdruck mithilfe von IoT und Datenanalysen kontinuierlich zu optimieren.
Ein spannender Ansatz ist das Battery Repurposing, bei dem gebrauchte AGV-Batterien beispielsweise für Netzspeicher weiterverwendet werden können. Moderne Recycling-Technologien, wie hydrometallurgische Verfahren, verbessern zudem die Rückgewinnung von Rohstoffen und reduzieren Umweltschäden.
Ein nachhaltiger AGV-Lebenszyklus erfordert gezielte Maßnahmen und kompetente Partner. Unternehmen können durch energieeffiziente Betriebsstrategien, wie optimierte Routenplanung und kürzere Fahrwege, deutliche Verbesserungen erzielen. Gleichzeitig ist die Einführung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien – wie Recycling, Wiederverwendung und Abfallvermeidung – entscheidend, um Ressourcen zu schonen und Abfall zu minimieren.
Die modularen FTS-Systeme von Emm! solutions, darunter die Eddy- und Igor-Serie, bieten eine solide Grundlage für nachhaltiges Lebenszyklus-Management. Intelligente Flottenkoordinationssoftware, vorausschauende Wartung und umfassender Support tragen dazu bei, die Lebensdauer der Komponenten zu verlängern und Abfälle zu reduzieren.
Durch die Integration von ESG-Prinzipien können Unternehmen ihre Intralogistik nachhaltiger gestalten. Dazu gehören verantwortungsvolle Innovation, ethische Arbeitspraktiken und der bewusste Umgang mit Ressourcen. Der erste Schritt in Richtung eines optimierten AGV-Lebenszyklus beginnt mit der Wahl des richtigen Partners und einem ganzheitlichen Blick auf alle Lebensphasen.
Die Verwendung umweltfreundlicher Materialien bei der Herstellung von AGVs (Automated Guided Vehicles) kann einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Ressourcenschonende Materialien helfen, den Verbrauch natürlicher Rohstoffe zu verringern, während ihre bessere Recyclingfähigkeit sicherstellt, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus einfacher wiederverwertet werden können. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern trägt auch dazu bei, Abfall zu minimieren.
Ein weiterer Vorteil: Umweltfreundliche Materialien können die Emissionen während der Produktion, Nutzung und Entsorgung der AGVs deutlich reduzieren. Dies ist besonders wichtig, da Unternehmen zunehmend darauf achten, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.
Für Unternehmen bedeutet dieser Ansatz nicht nur, ihre Umweltziele zu erreichen. Er bietet auch die Chance, langfristig Kosten zu senken und eine verantwortungsvolle Wertschöpfungskette zu etablieren – ein Gewinn für die Umwelt und die Wirtschaft.
Die Kreislaufwirtschaft ist ein entscheidender Ansatz, wenn es um das Lebenszyklusmanagement von AGV-Systemen geht. Ihr Ziel ist es, Ressourcen effizienter zu nutzen, indem Materialien nicht einfach entsorgt, sondern wiederverwendet, recycelt oder umweltgerecht entsorgt werden. Das Ergebnis? Weniger Abfall und eine geringere Belastung für die Umwelt – und das über den gesamten Lebenszyklus eines Systems hinweg.
Ein praktisches Beispiel dafür ist die Wiederaufbereitung von Komponenten. Anstatt defekte Teile zu ersetzen und wegzuwerfen, können sie repariert und erneut eingesetzt werden. Auch die Optimierung von Produktionsprozessen spielt eine wichtige Rolle, da sie den Materialverbrauch senkt und Emissionen minimiert. Am Ende der Lebensdauer eines AGV-Systems sorgt eine fachgerechte Entsorgung dafür, dass wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden und nicht verloren gehen.
Unternehmen, die diese Prinzipien umsetzen, leisten einen aktiven Beitrag zum Schutz der Ressourcen und zur Senkung von Emissionen. Sie zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur machbar, sondern auch sinnvoll ist – für die Umwelt und für die Zukunft.
Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten, die Energieeffizienz von AGVs (Automated Guided Vehicles) zu verbessern. Ein wichtiger Schritt ist der Einsatz von energieeffizienten Komponenten, wie beispielsweise fortschrittlichen Motoren und leistungsstarken Batterien. Diese tragen dazu bei, den Energieverbrauch erheblich zu senken. Ebenso spielt die regelmäßige Wartung eine entscheidende Rolle, da sie sicherstellt, dass die Fahrzeuge optimal funktionieren und keine unnötige Energie verbrauchen.
Ein weiterer Ansatz ist die Nutzung von intelligenten Steuerungssystemen, die Fahrwege effizienter planen und Energieverluste minimieren. Solche Systeme analysieren die Bewegungsmuster der Fahrzeuge und sorgen dafür, dass unnötige Strecken vermieden werden. Zudem hilft die Optimierung der Ladezyklen dabei, die Batterien länger haltbar zu machen und gleichzeitig den Stromverbrauch zu reduzieren.
Mit diesen Maßnahmen können Unternehmen nicht nur ihre Betriebskosten senken, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem die CO₂-Emissionen reduziert werden.